Am 26. April 1904 gründete der Sohn eines Weingartener Lehrers und spätere Reichssportwart Heinrich Brunner mit einigen Freunden in der Halle des Gasthauses "Rößle" den "Kampfsportverein Germania". Als der junge Kraftsportverein bald auch eine Fußballabteilung gegründet hatte, änderte er seinen Namen in "Sportverein Germania". Die sportlichen Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Bei den Weltmeisterschaften in Düsseldorf am 6. Juni 1910 wurde Fritz Kärcher (Gewichtsklasse bis 85 kg/griechisch-römisch) Vizeweltmeister und konnte elf Jahre später bei den Europameisterschaften in Offenbach in der Klasse bis 82,5 kg erneut die Silbermedaille mit nach Weingarten bringen.
Ein weiterer sportlicher Höhepunkt war die Qualifikation von Andreas Dumrauf für die Olympischen Spiele in Stockholm 1912. In Stockholm rangen in fünf Gewichtsklassen 171 Aktive aus 18 Ländern - in der Klasse bis 67,5 kg belegte Dumrauf letztlich den 28. Rang.
Nach dem Ersten Weltkrieg nahmen Hermann Schwaiger und Andreas Dumrauf das Vereinstraining in die Hand und bald schon machte sich deren Einsatz bezahlt: bei den Deutschen Meisterschaften im griechisch-römischen Stil 1924 in Mannheim belegten W. Link (im Mittelgewicht) und Wilhelm Holzmüller (im Halbschwergewicht) jeweils den 3. Platz. Bei den Deutschen Meisterschaften 1926 in Köln sicherte sich O. Dietz im Leichtgewicht den Titel des Vizemeisters.
1930 errang die 1. Mannschaft die Süddeutsche Mannschaftsmeisterschaft.

von links: Betreuer Karl Streit, Karl Klaiber, Robert Rothengaß, Ludwig Bacher, Theodor Streit, Heinrich Bacher, Emil Unselt, Willi Bacher, Theodor Ziegler und Wilhelm Holzmüller.
Heinrich Bacher (Weltergewicht) - auf dem obigen Foto 3. von rechts - spielte national ebenfalls eine wichtige Rolle und nahm 1932 an den Ausscheidungskämpfen zu den Olympischen Spielen in Los Angeles teil. Bis 1939 zählte die Germania-Staffel im badisch-pfälzischen Raum zu den stärksten Mannschaften. In diesen Jahren war die "Kärcherhalle" bis zum letzten Platz von einem begeisterten Publikum besetzt.
Durch den Zweiten Weltkrieg wurde die Erfolgsserie des Vereins erneut unterbrochen. 1946 konnte der Sportbetrieb der Ringer als "Schwerathlethik-Abteilung" des Turn- und Sportvereins 1880 Weingarten erneut aufgenommen werden. 1954 machte sich die Abteilung unter ihrem Traditionsnamen "Sportverein Germania 04 Weingarten" wieder selbständig.
1961 konnte D. Knebel in Ketsch bei der Deutschen A-Jugendmeisterschaft (Freistil) in der Klasse bis 73 kg einen 3. Platz belegen. Bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften (griechisch-römisch) 1963 errang Gottfried Hanuschka einen 2. Platz im Halbschwergewicht.
Im Jahre 1964 begann man mit dem Bau der "Germania-Halle", die nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht werden konnte und noch heute die Heimat des SV Germania ist. Bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften 1965 in Burghausen (griechisch-römisch) belegte W. Betz in der Klasse bis 62 kg. den 3. Platz. Bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften in Bruchsal im freien Stil wurde Manfred Enderle Vizemeister in der Klasse bis 56 kg.
In den 70er Jahren kämpfte der SVG in der Nordbadischen Landesliga und konnte sich in Baden wiederum einen guten Ruf erarbeiten. Rolf Schetterer errang 1973 in Urloffen bei den Deutschen Schülermeisterschaften (griechisch-römisch) in der Klasse über 56 kg den 3. Platz und wurde im Jahr darauf Deutscher Schülermeister im freien Stil in Salzgitter. Bei den Deutschen Meisterschaften (griechisch-römisch) der Senioren 1973 in Karlsruhe belegte Gottfried Hanuschka im Superschwergewicht den 3. Platz.
1983 gelang den Weingartener Ringern der Sprung in die Oberliga. Reiner Kunzmann, der bereits 1982 3. der Deutschen A-Jugendmeisterschaft in der Klasse bis 60 kg in Baunatal wurde, konnte 1985 den Titel des Militärweltmeisters im griechisch-römischen Stil mit nach Hause bringen. Bei den Deutschen Meisterschaften 1986 in Schifferstadt erzielte er den 3. Platz im Federgewicht.
Reiner Kunzmann (rechts) feierte zunächst als aktiver Ringer und später als Trainer des SVG in den 80er und 90er Jahren große Erfolge.
Auch Andreas Reichert, der bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften in Kehlheim 1985 (griechisch-römisch) in der Klasse bis 87 kg Vizemeister wurde und Rainer Schubert - Deutscher A-Jugend Vizemeister in der Klasse bis 48 kg (Freistil) 1987 in Gütersloh - machten deutlich, dass der SV Germania einige Talente hervorbrachte. Dies unterstreichen auch die beiden dritten Plätze bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften im Freistil von Thomas Zeh 1989 in Holzgerlingen und 1990 in Aachen-Walheim. Stefan Homma belegte 1990 bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften (griechisch-römisch) in Kleinostheim in der Klasse bis 115 kg den 3. Platz und konnte sich zwei Jahre darauf bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Mühlheim die Vizemeisterschaft sichern.
Ein weiteres Nachwuchstalent aus den Reihen der SVG war Olaf Kaiser - er wurde 1990 in Aachen-Walheim bei den Deutschen A-Jugendmeisterschaften 3. in der Klasse bis 58 kg Freistil und holte bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Lünen im Federgewicht die Vizemeisterschaft.
1994 gelang der 1. Mannschaft des SV Germania der Aufstieg in die 2. Bundesliga Südwest, wo man fünf Jahre lang immer oben mitmischen konnte (3x Vizemeister, 2x Dritter). Bei den Deutschen Meisterschaften im Freistil 1996 wurde Stanislaw Kaczmarek Deutscher Meister in der Klasse bis 52 kg.
Der bislang erfolgreichste Ringer in Diensten des SV Germania Weingarten ist aber ohne jeden Zweifel Mhkitar Manukjan aus Kasachstan, der 1997 nach Weingarten kam und sich 1998 und 1999 den Weltmeistertitel sichern konnte und auf der aktuellen Weltrangliste immer noch auf Platz 1 steht.
1999 schaffte der SVG mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga seinen bis dahin größten sportlichen Erfolg.
Turgut Altintas trug in der Saison 1999 mit dazu bei, dass der SVG erstmals in seiner Geschichte erstklassig ringt.
Nach zwei Jahren Bundesliga mit dem Ziel Klassenerhalt erreichten die Germanen im Jahr 2002 erstmals der Einzug in die Endrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Leider musste man sich hier bereits im Viertelfinale dem 1. Luckenwalder SC geschlagen geben. In den beiden darauffolgenden Jahren verpasste der SVG als Tabellenfünfter der Südstaffel den Sprung in die Play-Offs jeweils nur ganz knapp. In der Saison 2005/2006 gelang es der "Walzbach-Staffel" unter der Regie von Trainer Frank Heinzelbecker dagegen erneut, sich für die Endrunde der Ringerbundesliga zu qualifizieren. Endstation war wieder das Viertelfinale, in dem man sich der RWG Mömbris-Königshofen beugen musste.
Im Jahr darauf machte man das denkbar knappe Ausscheiden gegen die Mainfranken in einem "Herzschlagfinale" wieder wett und qualifizierte sich in der erstmals durchgeführten Zwischenrunde als Gruppensieger für das Halbfinale. Auch hier hatte das Los wieder den brandenburgischen Vertreter aus Luckenwalde vorgesehen, dem man sich letzlich zwar geschlagen geben musste, sich aber somit in der Saison 2006/2007 erstmals zu den vier besten Teams in Deutschland zählen durfte.
Bestes Beispiel für die rasante Entwicklung des Ringsports in Weingarten im Verlauf der letzten Jahre ist das gemeinschaftliche Projekt des SV Germania und der Gemeinde, nämlich der Bau eines neuen Kultur- und Sportzentrums in der Ringstraße. Mit dem Abriss der vereinseigenen Germaniahalle am 12. April 2006 ging eine unvergessliche Ära zu Ende, am 11. August erfolgte dann die Grundsteinlegung für die neue "Heimat" der Germanen. Das Namensrecht für die neue Halle konnte die Klebchemie M.G. Becker GmbH & Co. KG erwerben und so ringt der SV Germania künftig in der "Kleiberit-Arena".
Dieses neue Sport- und Kulturzentrum in Weingarten wurde am 28. April 2007 offiziell in einem großen feierlichen Akt eröffnet und ist seit dem 2. Mai unter Nutzung der Germanen und weiterer lokal ansässiger Vereine in Betrieb.