Ringen 1. Bundesliga

Wielands letzte Worte - Die Bundesliga-Analyse

Wieland Mößner


Der SV Germania Weingarten bot dem SVS Hallbergmoos trotz der 9,5:15,5 Auswärtsniederlage einen tollen Kampf

von Wieland Mößner
04. November 2004


Am letzten Hinrundenkampftag kam es zu drei brisanten und für den weiteren Saisonverlauf bedeutsamen Begegnungen. Während sich im Münchner Vorort Hallbergmoos die beiden aussichtsreichen Endrundenkandidaten SV Siegfried Hallbergmoos und SV Germania Weingarten gegenüber standen, empfing der amtierende deutsche Meister VfK Schifferstadt in der Wilfried-Dietrich-Halle den KSV Germania Aalen in einer Neuauflage des letztjährigen Meisterschaftsfinales. Im Kampf um die Vorherrschaft in Südbaden trafen außerdem die RKG Freiburg 2000 und der TuS Adelhausen aufeinander.

Beim SV Germania Weingarten standen die Vorzeichen vor dem schweren Auswärtskampf beim letztjährigen Halbfinalisten SVS Hallbergmoos nicht gerade günstig. Trotz intensivster Bemühungen von Vorstandschaft und sportlicher Führung gelang es nicht, die beiden ungarischen Siegringer Andras Horvath und Bela Kalo von ihren Verpflichtungen in der Heimat loszueisen, da deren Nichtteilnahme bei einem wichtigen Turnier die Fortsetzung ihrer Nationalmannschaftskarriere gefährdet hätte. Den Platz von Bela Kalo im Team nahm der ungarische Freistilspezialist Zoltan Farkas ein, der bereits vor zwei Jahren einige Kämpfe für die Walzbachstaffel bestritt. Stefan Kraft stellte sich einmal mehr in den Dienst der Mannschaft und vertrat Andras Horvath im ungeliebten griechisch-römischen Stil mehr als würdig.

Der SV Germania Weingarten machte aus der Not eine Tugend und trotzte der schwierigen Ausgangslage. Die Mannschaft kämpfte aufopferungsvoll und mit toller Moral, so dass die zahlreich mitgereisten Fans trotz der Niederlage voll auf ihre Kosten kamen und keineswegs enttäuscht die Heimfahrt antraten. Nach einem Schultersieg von Sven Lay über den Hallbergmooser „Ringer des Monats Oktober“ Neno Jovanovic sowie nach dem kämpferisch überzeugenden 3:2 Punktsieg von Feti Karakas über den Finnen Jarko-Ala Huikku keimte beim Zwischenstand von 9,5:9,5 sogar kurzzeitig Hoffnung auf einen Sieg auf. Die beiden Freistilspezialisten Dennis Blum und Dominik Groß mussten sich aber anschließend ihren Hallbergmooser Widersachern Felix Polianidis bzw. Dominik Zeh denkbar knapp mit 2:3 bzw. mit 1:3 geschlagen geben, bevor der Finne Kim-Jussi Nurmela mit seinem abschließenden 4:0 Punktsieg über Stefan Kraft für den 15,5:9,5 Endstand sorgte.

Der KSV Aalen rechnete sich für den Auswärtskampf beim 9maligen deutschen Meister VfK Schifferstadt keine großen Siegchancen aus und trat bei den Pfälzern nicht in Bestbesetzung an. Dennoch konnte der Meister der Jahre 1997 bis 2002 zur Pause mit 6:4 in Führung gehen, da der starke Bulgare Radoslav Velikov den Moldawier Vitali Railean mit 3:2 Punkten besiegte, der bei Olympia startende Pole Marek Sitnik den sein Comeback feiernden Arawat Sabejew mit 5:1 bezwang und zudem Mark Buschle ebenfalls mit 5:1 Punkten über Andreas Fix siegreich blieb. Nach der Pause war es dann allerdings mit der Aalener Herrlichkeit vorbei und der VfK Schifferstadt konnte durch fünf hohe Siege letztendlich noch deutlich mit 21,0:6,0 Punkten das Blatt zu seinen Gunsten wenden.

Beim südbadischen Derby zwischen der gastgebenden RKG Freiburg 2000 und dem TuS Adelhausen konnte der Gast einen in dieser Höhe überraschenden 18,5:6,5 Auswärtssieg feiern. Ausschlaggebend für das deutliche Ergebnis war zum einen die hohe 11:2,5 Halbzeitführung der Gäste bedingt durch den 3:1 Sieg von Victor Efteni über den in Moldawien geborenen Rumänen Serghej Lungu sowie durch den 4:0 Aufgabesieg von Dominik Kuhner aufgrund von Übergewicht von Dariusz Porwol, und zum anderen die beiden überraschen Siege im Weltergewicht durch den international erfahrenen 36jährigen Italiener Giovanni Schillaci (10:5 Sieg über Vitali Wagin) bzw. durch Vojtech Benedek, der den für Freiburg ringenden Griechen Konstantinos Papadopoulos mit 2:1 Punkten niederhielt.


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