Ringen 1. Bundesliga

Wielands letzte Worte - Die Bundesliga-Analyse

Wieland Mößner


Rückblick auf den 6. und 7. Kampftag in der Ringer-Bundesliga

von Wieland Mößner
04. November 2005


Am vergangenen Samstag empfing der SV Germania Weingarten den bislang noch sieglosen Gast vom SC Anger zu seinem 3. Heimkampf in der laufenden Saison 2005/2006. In den Auftaktkämpfen setzte sich die Walzbachstaffel erwartungsgemäß mit jeweiligen 3:0 Rundensiegen durch den zuverlässigen Marcel Ewald, den ungarischen Schwergewichtler Gyula Branda sowie durch den weiterhin unbesiegten jungen Vater Michael Böh durch. Bei seinem überzeugenden Auftritt sammelte Ewald insgesamt 16 Punkte gegen den in der 1. Bundesliga überforderten Türken Murat Pazan, Branda agierte gewohnt zuverlässig und behielt seine weiße Weste gegen den 37jährigen Angerer Routinier Raymund Edfelder und Böh behielt gegen den diesjährigen WM-Fünften im Fliegengewicht, Anders Nyblom, die Oberhand.

Die beiden darauf folgenden Kämpfe zwischen Christian Kloucek und Martin Siddiqui sowie zwischen dem Rumänen Gergö Szabo und Adrian Mazan konnte der bayerische Verein doch einigermaßen überraschend für sich entscheiden und verkürzte somit zur Halbzeit auf 6:10. Der in dieser Saison bislang indisponierte Martin Siddiqui verlor gegen seinen Kontrahenten, den er in der vergangenen Runde doch einigermaßen klar besiegen konnte, deutlich mit 0:3 Runden und zusammen gerechnet 0:6 Punkten. Der Sieger der offenen polnischen Meisterschaften, Adrian Mazan, wirkte in der 8minüten Auseinander-setzung mit dem rumänischen WM-Teilnehmer Szabo ziemlich müde und ausgelaugt, so daß er sich diesmal etwas überraschend mit 1:3 Runden geschlagen geben musste.

Nach der Pause demonstrierte die griechische Neuerwerbung Sergios Solontkis erneut seine Klasse und wies den international erfahrenen Finnen Juha Lappalainen deutlich in 3 Runden in seine Schranken. Durch Siege der beiden diesjährigen WM-Fünften von Budapest, Laszlo Kliement (Ungarn) und Radoslav Horbik (Polen) gegen die keinesfalls enttäuschenden Florin Gavrila bzw. Dennis Blum kam Anger nochmals auf 12:14 Punkte heran.

In den beiden abschließenden Weltergewichtskämpfen setzten sich die beiden Punktesammler Adem Bereket mit einigen sehenswerten Aktionen gegen den amtierenden deutschen Junioren-Meister Stefan Koch sowie Andras Horvath gegen seinen ungarischen Landsmann Levente Füredy (WM-Dritter von Paris 2003 im Limit bis 66 kg Greco) sicher mit 3:0 Runden durch und stellten somit den Endstand von 20:12 her. Nach diesem überzeugenden Pflichtsieg belegt der SV Germania Weingarten punktgleich mit dem derzeit Drittplatzierten SV Siegfried Hallbergmoos mit 8:4 Punkten den 4. Platz in der Tabelle der 1. Bundesliga Süd.

Der 6. Kampftag brachte keine Überraschungen und die Favoriten behielten jeweils eindeutig die Oberhand. Beim 28:10 Sieg von Hallbergmoos gegen die RKG Freiburg konnte der Gast lediglich einen Kampf gewinnen als der diesjährige WM-Teilnehmer Eduard Kratz mit 3:1 Runden gegen den Finnen Jarkko Ala-Huikku siegte.

Das gleiche Schicksal ereilte den TuS Adelhausen gegen den Geheimfavoriten KSV Köllerbach, dem man zu Hause mit 6:29 Punkten unterlag. In dieser Auseinandersetzung konnte lediglich der Este Toomas Proovel einen Sieg gegen den Polen Marek Sitnik erringen. Im traditionsreichen Duell zwischen dem VfK Schifferstadt und dem Meister der Jahre 1997 - 2002, dem KSV Aalen, triumphierte der Gastgeber mit 28:13 Punkten. Die Staffel von der Ostalb musste verletzungsbedingt auf die beiden etatmäßigen Mittelgewichtler Marc Buschle und Baris Baglan verzichten. Ferner trat man ohne den Bulgaren Krasimir Krastanov und den ehemaligen zweifachen Weltmeister Arayik Guevorkian aus Armenien an. Nach 7 Einzelsiegen konnte der Meister der drei vergangenen Jahre, VfK Schifferstadt, die prestigeträchtige Auseinandersetzung letztendlich dann in der o. g. Deutlichkeit für sich entscheiden.

Der 7. Kampftag, an dem der SVG Weingarten kampffrei hatte, wurde von den Verantwortlichen des Deutschen Ringer Bundes (DRB) aufgrund des dicht gedrängten Terminplans unter der Woche angesetzt und fand folglich am 31.10. bzw. am 01.11. statt. Während sich die beiden Hauptkonkurrenten von Weingarten im Kampf um die begehrte Endrunden-Teilnahme, der KSV Aalen 05 sowie der SVS Hallbergmoos deutlich gegen ihre Widersacher aus Burghausen und Anger durchsetzen konnten, fanden die beiden interessantesten Begegnungen des Kampftages in Freiburg bzw. in Köllerbach statt. Dabei brachte der saarländische Verein das Kunststück fertig, 7 Einzelkämpfe gegen den 10fachen deutschen Meister aus Schifferstadt zu gewinnen und dominierte insbesondere die Kämpfe in den mittleren und hohen Gewichtsklassen.

Der ohne David Bichinashvili angetretene Titelverteidiger aus der Pfalz gewann lediglich die Vergleiche von Dariusz Jablonski gegen den Altinternationalen Juri Koutscherenko nach 5 Runden, von Bodisteanu gegen den Polen Goral im Freistil-Leichtgewicht sowie von Eusebiu Diaconu mit 4:0 Punkten gegen Jurij Kohl wegen Überschreitung der Verletzungszeit. Im immer wieder jungen Duell zwischen dem amtierenden WM-Dritten Konstantin Schneider und Adam Juretzko setzte sich der Köllerbacher diesmal nach einem 0:2 Rückstand noch mit 3:2 Runden durch.

Für den TuS Adelhausen zahlte sich die Umstellung von Arpad Ritter ins Freistil-Halbschwergewicht aus, da er den ehemaligen georgischen Junioren-Weltmeister Zwiad Sisauri jeweils dreimal mit 1:0 Punkten bezwingen konnte. Dadurch konnte sich der TuS Adelhausen zur Pause mit 14:4 Punkten von seinem Gegner absetzen und vorentscheidend in Führung gehen. Ein Sieg nach der Halbzeit durch den Junioren-Meister Michael Kaufmehl im Limit bis 84 kg Freistil reichte schließlich, um den knappen 17:16 Sieg von Adelhausen bis in die Ziellinie zu retten.

Am kommenden Samstag kommt es nun in der heimischen Germaniahalle zum ewig reizvollen Duell zwischen dem SV Germania Weingarten und dem bayerischen Verein SVS Hallbergmoos, dem in den vergangenen beiden Jahren jeweils der Einzug in die Endrunde gelungen ist. Auch in dieser Saison strebt der Münchner Vorortverein dieses Ziel wieder an und befindet sich nach dem 7. Kampftag nach eigenem Bekunden auch wieder klar auf Kurs, was nicht zuletzt der klare 31:13 Heimerfolg gegen den KSV Aalen vor 3 Wochen eindrucksvoll belegt. Der SVG ist sich der Tatsache durchaus bewusst, dass man in diesen Kampf als Außenseiter gehen wird, dennoch wird der Mannschaft von den Experten auch dank der oftmals bewiesenen Heimstärke durchaus eine Überraschung zugetraut.


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