Ringen 1. Bundesliga

Wielands letzte Worte - Die Bundesliga-Analyse

Wieland Mößner


Rückblick auf den 5. Kampftag in der Ringer-Bundesliga

von Wieland Mößner
28. Oktober 2005


Am 5. Kampftag in der 1. Ringer-Bundesliga musste sich der SV Germania Weingarten mit dem überraschend gut in die Saison gestarteten Aufsteiger SV Wacker Burghausen in dessen Sportparkhalle auseinandersetzen. Der Neuling wies vor dem Kampf mit 4:4 Punkten ein ausgeglichenes Punkteverhältnis auf, nachdem man sowohl den SC Anger als auch den TuS Adelhausen zu Hause bezwingen konnte. Die Staffel vom Walzbach wußte um die Schwere der Aufgabe, da der bayerische Club seit 2 Jahren zu Hause unbesiegt geblieben ist und trat daher in starker Besetzung zu diesem Auswärtskampf an. Allerdings musste auf den bei einem wichtigen Freistilturnier in Polen antretenden diesjährigen Neuzugang Adrian Mazan verzichtet werden, für den sich kurzfristig kein Ersatz mehr finden ließ. Dadurch blieb die Gewichtsklasse bis 66 kg unbesetzt.

Mit einer geschlossenen und homogenen mannschaftlichen Gesamtleistung konnte man dieses Handicap gut verkraften und erzielte nach 7 Einzelsiegen am Ende einen ungefährdeten 23:14 Auswärtserfolg. Im Auftaktkampf hatte Marcel Ewald nach überzeugender 1. Runde, die er mit 7:0 Punkten deutlich für sich entscheiden konnte, mehr Mühe als erwartet mit dem 17jährigen Burghausener Youngster Martin Maier. Aufgrund unerklärlicher konditioneller Probleme musste er die 3. Runde abgeben, setzte sich dank seiner größeren Routine aber noch in 4 Runden durch. Der in dieser Saison noch ungeschlagene ungarische Schwergewichtler Gyula Branda siegte anschließend nach viermaliger Entscheidung im sogenannten „Clinch“ mit 3:1 Runden gegen den ca. 25 kg leichteren ehemaligen griechischen Junioren-Weltmeister Theodoros Tounousidis.

Der ebenfalls in dieser Runde noch unbesiegte Topscorer Michael Böh gewann deutlich in 3 Runden gegen Konstantin Niobutow und erhöhte auf einen 9:2 Zwischenstand. Der letztjährige Studentenweltmeister Pejman Dorostkar aus dem Iran, der vor der Saison vom Ligakonkurrenten SVS Hallbergmoos nach Burghausen gewechselt ist, bezwang im Freistil-Halbschwergewicht Martin Siddiqui sicher mit 3:0 Punkten, musste in der 1. Runde jedoch in die Verlängerung gehen, in der er das Glück hatte, zuerst fassen zu dürfen. Diesen Vorteil konnte der erfahrene Perser mit einer 3er- Wertung dann auch zum Rundengewinn nutzen. Der SV Wacker Burghausen konnte zur Halbzeit zum 9:9 ausgleichen, nachdem der SVG Weingarten - wie bereits oben erwähnt - das Freistil-Leichtgewicht unbesetzt lassen musste.

Nach der Halbzeit ließ die Mannschaft von Trainer Frank Heinzelbecker nichts mehr anbrennen und landete vier ungefährdete Einzelsiege. Zunächst agierte Sergios Solontkis gewohnt souverän und siegte gegen den talentierten 20jährigen Eugen Ponomartschuk glatt in 3 Runden. Seine beste Saisonleistung im Germanen-Trikot zeigte der 2 Gewichtsklassen aufgerückte Florin Gavrila, der sich nach beherztem Auftritt und über 10minütiger Kampfzeit dem zum Kreise der Nationalmannschaft zählenden Burghausener Eigengewächs Matthias Maasch lediglich mit 2:3 Runden geschlagen geben musste. Im Freistil-Mittelgewicht dominierte Dennis Blum das Geschehen eindeutig und hielt Alexander Schrader mit 3:0 Runden nieder. Der in dieser Saison stark verbesserte Dennis Blum errang damit im 5. Kampf bereits seinen 4. Sieg.

In den abschließenden Weltergewichtsduellen setzten sich die gewohnt zuverlässigen Adem Bereket und Andras Horvath jeweils sicher in 4 Runden gegen ihre Gegner Mahmoud Karimi und Peter Bacsi durch. Horvath besiegte dabei in einer Neuauflage der ungarischen Meisterschaft bereits zum wiederholten Male seinen Landsmann und rückte somit die Kräfteverhältnisse im klassischen Weltergewicht in Ungarn zurecht. Nach diesem überzeugenden und deutlichen Erfolg gibt am kommenden Samstag der bayerische Verein SC Anger seine Visitenkarte in der Germaniahalle ab.

In den weiteren drei Begegnungen des 5. Kampftages kam es zu den erwarteten Heimsiegen. Allerdings hatte der KSV Köllerbach großes Glück, daß sein Gegner SVS Hallbergmoos ohne seine Siegringer Vincent Aka, Hakan Nyblom und Apostolos Taskoudis antrat und überdies auch auf den finnischen Leichtgewichtler Jarkko Ala-Huikku verzichtete. Der Kampf endete lediglich mit 19:18 Punkten zugunsten von Köllerbach, nachdem der Gast überraschend die Kämpfe von Gocha Kirkitadze gegen Vladimir Togousov im Freistil-Fliegengewicht, vom Finnen Kim-Jussi Nurmela durch Disqualifikation seines verletzten Gegners Artur Michalkiewicz sowie durch den Franzosen Christophe Guenot nach 5 Runden gegen Konstantin Schneider im Greco-Weltergewicht gewinnen konnte.

Resümierend lässt sich feststellen, daß Köllerbach noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist und daß sich Hallbergmoos im Nachhinein wohl sehr darüber ärgern wird, nicht seine stärkste Formation für diesen Kampf aufgeboten zu haben. Der KSV Aalen gewann auch ohne seine beiden verletzten Mittelgewichtler Marc Buschle und Baris Baglan sowie ohne den für einen Kampf gesperrten Armenier Arayik Guevorkian erwartungsgemäß mit 23:14 Punkten gegen den TuS Adelhausen. Im Kampf der beiden bislang noch sieglosen Mannschaften besiegte die RKG Freiburg 2000 den SC Anger mit 23:17.


Zum Archiv

Termin-Vorschau

Momentan stehen keine Kämpfe bevor.