Ringen 1. Bundesliga

Aktuell | Punkteteilung im Spitzenkampf: Germanen und der KSV Aalen 2005 trennen sich 16:16

25. Oktober 2009

Punkteteilung im Spitzenkampf: Germanen und der KSV Aalen 2005 trennen sich 16:16

Es wurde der erwartungsgemäß spannende und hochklassige Spitzenkampf der Bundesliga West, so richtig zufrieden war am Ende aber keiner der Beteiligten. Nach dem 16:16-Unentschieden zwischen dem SV Germania und dem KSV Aalen 2005 machten sowohl der sportliche Leiter der Gastgeber, Sebastian Mayer, als auch KSV-Trainer Anton Nuding keinen Hehl daraus, dass sie beide "lieber gewonnen hätten".

Vor ein paar Jahren wäre man im Lager der Germanen über die Punkteteilung mit einer solchen Spitzenmannschaft wohl noch überglücklich gewesen, inzwischen haben sich die Zeiten aber doch etwas geändert. Als großen Rückschlag sollte man das insgesamt leistungsgerechte 16:16 gegen die Aalener zwar nicht werten, allerdings konnte dieser Abend in der Kleiberit-Arena auch nicht darüber hinweg täuschen, dass der SVG auf einigen Positionen derzeit erhebliche Probleme hat. So unterlag beispielsweise Christoph Ewald seinem georgischen Gegner in der 55 kg-Klasse, Amiran Elbakidze, überraschend deutlich mit 0:3 und schien dabei leider zu keiner Zeit des Kampfes auch nur annähernd in der Lage zu sein, irgendwie punkten zu können. Als fast schon unterirdisch muss man die Leistung des rumänischen Griechisch-römisch-Spezialisten Florin Gavrila bezeichnen. "Kempes" wurde von seinem Widersacher Peter Modos kalt erwischt und lag bereits nach 30 Sekunden mit 0:4 in Rückstand. Die erhoffte Aufholjagd blieb aber aus und so musste sich Gavrila am Ende sogar durch technische Überlegenheit geschlagen geben. Die 0:3-Niederlage von Konstantin Völk gegen den griechischen Routinier und Ausnahmeathleten Emzarios Bentinidis fiel unterdessen deutlich zu hoch aus und überhaupt war bei weitem nicht alles schlecht, was die Germanen an diesem Abend zeigten. Johannes Kessel bot eine überragende Vorstellung und gewann die Neuauflage des Finals der diesjährigen Deutschen Meisterschaften gegen Stefan Kehrer mit 3:0. War der Weingartener Youngster vor wenigen Monaten noch als knapper und unglücklicher Verlierer von der Matte gegangen, konnte er sich diesmal vor allem aufgrund der konditionellen Defizite seines Gegners verdient durchsetzen. Auch Rene Zimmermann zeigte sich von Beginn an couragiert und siegeshungrig, sein 3:0 gegen Hans-Jörg Scherr war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Ein absolut ausgeglichenes Duell über fünf Runden lieferten sich Ionut Panait und der Pole Tomasz Swierk. "Johnny" hatte dabei im abschließenden Kampfabschnitt sogar den Vorteil der Oberlage auf seiner Seite, konnte aber leider keinen Punkt mehr erzielen und unterlag so am Ende etwas unglücklich mit 0:1. Mehr drin gewesen wäre sicherlich auch für Freistiler Sahit Prizreni. Der Albaner war aber erst kurzfristig für den verletzten Gergö Wöller eingesprungen und konnte die Strapazen seiner mehr als umständlichen Anreise nicht verkraften. Gegen den früheren Europa- und Vize-Weltmeister Anatolij Guidea zog Prizreni jedenfalls mit 1:3 den Kürzeren. Superschwergewichtler Mihaly Deak-Bardos, der eigentlich erst für die Endrunde vorgesehen und nun eigens für diesen Spitzenkampf nach Deutschland geflogen war, gab sich hingegen keine Blöße. Gegen den an Passivität nicht mehr zu überbietenden und offenbar im Rückwärtsgang festgefahrenen Ralf Böhringer gewann der Ungar absolut verdient mit 3:1. Diese eine verlorene Runde erwies sich im Nachhinein aber als ebenso unnötig, wie die des ukrainischen Weltklasseathleten Andrej Stadnik. Der amtierende Europameister und Vize-Olympiasieger steuerte gegen Oleg Motsalin geradewegs auf einen 3:0-Erfolg zu, ehe er die dritte Runde doch noch abgeben musste. Er setzte sich am Ende zwar mit 3:1 durch, verschenkte so aber wohl einen möglichen Gesamtsieg der Germanen. Stadnik nun die alleinige Schuld am Ausgang dieses Kampfes zu geben, wäre aber mehr als ungerecht und so fasste Sebastian Mayer treffend zusammen: "Die entscheidenden Punkte haben wir schon in den Paarungen zuvor liegen lassen. Andrej hat seine Sache ordentlich gemacht." Für das letztlich gerechte 16:16-Unentschieden sorgte Adam Juretzko mit einem klaren 3:0 im abschließenden Kampf gegen Balint Korpasi.

Da sich der KSV Köllerbach unterdessen hauchdünn mit 19:18 gegen den KSK Konkordia Neuss behaupten und auch der ASV Mainz 88 in Freiburg mit nur einem Punkt Vorsprung gewinnen konnte, fallen die Weingartener in der Tabelle der Gruppe West auf den dritten Rang zurück. Abgerechnet wird bekanntlich ja aber erst am Ende der Saison ...

(lother)

Die Einzelergebnisse im Überblick

Kl.SV Germania Weingarten KSV Aalen 2005R1R2R3R4R5Gesamt
55F Christoph Ewald   Amiran Elbakidze 0:1 0:4 1:2 0:3
120G Mihaly Deak-Bardos   Ralf Böhringer 0:1 2:0 1:0 1:0 3:1
60G Florin Gavrila   Peter Modos 0:4 0:6 0:1 0:4 TÜ
96F Johannes Kessel   Stefan Kehrer 3:0 3:3 2:2 3:0
66F Sahit Prizreni   Anatoli Guidea 2:0 1:1 0:6 0:4 1:3
84G Rene Zimmermann   Hans-Jörg Scherr 3:0 3:0 1:0 3:0
66G Ionut Panait   Thomasz Swierk 0:1 2:0 0:1 1:0 0:1 0:1
84F Konstantin Völk   Emzarios Bedinidis 0:1 0:1 0:3 0:3
74F Andrej Stadnik   Olegk Motsalin 4:0 3:0 2:2 3:2 3:1
74G Adam Juretzko   Balint Korpasi 5:0 1:0 1:0 3:0
Endergebnis: 16:1624.10.2009




 
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skask - 26.10.2009 11:03
Tja, kommt nur drauf an, auf welcher Seite man steht. Insgesamt sind die Aalener wohl auch nicht ganz glücklich, aber froh um einen Punkt.
Fan - 26.10.2009 10:14
Anbei ein Ausschnitt des kampfberichtes von Aalener Seite. Nicht schlecht diese Formulierung : ) : )

Im 120 kg-Duell hatte Ralf Böhringer mit Mihaly Deak-Bardos ein massives Kraftpaket gegen sich. Der mehrfache Vizeweltmeister Deak-Bardos nutzte seine Größe um Böhringer passiv erscheinen zu lassen, was dem Weingartener schließlich auch den 3:1-Erfolg bescherte.
Arschi 68 - 25.10.2009 12:55
Also eines ist sicher,so wird das nichts mit Finale !
Was ist denn mit Ewald los ? Letzte Saison noch Top und jetzt nur noch
verängstlicht und unsicher.
Genau wie Gavrila ganz,ganz schwach !
Aber klasse Kampf von Kessel und den anderen.
okram - 25.10.2009 9:51
ich war gestern richtig sauer wenn man zwei ringen sieht die keine lust haben ich mein ewald und gavrila diesen beiden gehört normaler weiße kein geld das war arbeits verweigerung sonst hätte man den kampf gewonnen

Termin-Vorschau

1. Bundesliga

SV Germania Weingarten -
KSV Aalen 2005

01.09.2012, 19:30 Uhr
Kleiberit-Arena

Oberliga

SVG Weingarten II -
KSV Kirrlach

08.09.2012, 20:00 Uhr
Kleiberit-Arena

Landesliga

SVG Weingarten III -
KSV Kirrlach II

08.09.2012, 18:30 Uhr
Kleiberit-Arena