Ringen 1. Bundesliga

Aktuell | Der Ohrfeige folgt die Wiedergutmachung: Germanen feiern gegen Seeheim zehn Einzelsiege

04. Oktober 2009

Der Ohrfeige folgt die Wiedergutmachung: Germanen feiern gegen Seeheim zehn Einzelsiege

Es war ein Wechselbad der Gefühle, das die Germanen am Doppelkampftag der Ringerbundesliga durchlebten. Mit großen Ambitionen waren sie samstags zum Spitzenkampf beim KSV Köllerbach gereist, am Ende kassierten sie dort aber eine schallende Ohrfeige und verloren auch in dieser Höhe verdient mit 9:24. Nur einen Tag später präsentierten sich die Schützlinge von Trainer Frank Heinzelbecker wie ausgewechselt und fegten den KSV Seeheim mit 33:7 von der Matte.

Als ungeschlagener Tabellenführer der Bundesliga West waren die Weingartener im Köllerbacher "Trimm Treff Viktoria" auf die Matte gegangen, die Serie von zuvor drei Siegen hintereinander sollte an diesem Tag aber ein böses Ende haben. Fast keiner der Athleten im Team der "Walzbach-Staffel" erreichte Normalform und so gelangen den Gästen nur zwei Siege durch Arpad Ritter und Neuzugang Gergö Wöller. Ritter tat gegen den jungen Gabriel Seregelyi nicht mehr als nötig und fuhr einen souveränen 3:0-Erfolg ein, Wöller lag gegen den Bulgaren Ismail Redzhep bereits mit 2:0 Runden in Führung, musste sich dann aber doch noch über die komplette Distanz quälen und triumphierte schließlich mit 3:2. Christoph Ewald hingegen war im Vergleich zu seiner Leistung aus dem Vorjahr nicht mehr wieder zu erkennen und unterlag "Altmeister" Vladmir Togusov klar mit 0:3. Kopf hoch, Christoph! Auch Ionut Panait erlebte kein sonderlich glückliches Saisondebüt und zog gegen Sylvester Charzewski nach gewonnener erster Runde noch mit 1:3 den Kürzeren. Auf verlorenem Posten stand an diesem Nachmittag auch Freistilspezialist Konstantin Völk, der gegen Radoslaw Marcinkiewicz in drei Runden das Nachsehen hatte. Seine erste Bundesliga-Niederlage überhaupt kassierte unterdessen Neuzugang Ivan Nemeth. Der ungarische Schwergewichtler hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und konnte dem Polen Marek Szustek bei dessen 3:0-Erfolg nicht ansatzweise gefährlich werden. Seinen ersten Kampf im SVG-Trikot absolvierte auch der junge und einsatzfreudige Lukas Höglmeier. Gegen Venelin Venkov präsentierte sich der Deutsche Juniorenmeister zwar durchaus selbstbewusst, die 0:3-Niederlage konnte er letztlich aber nicht verhindern. Auch Rene Zimmermann gab gegen den Deutschen Meister und WM-Teilnehmer von Herning, Jan Fischer, sein Bestes und schaffte im ersten Kampfabschnitt sogar einen lupenreihen Dreher. Nach drei weiteren Runden ohne Wertung ging "Zimmi" aber als 0:1-Verlierer von der Matte. Adam Juretzko lieferte sich in der Klasse bis 74 kg griechisch-römisch ein weiteres packendes Duell mit Konstantin Schneider. Anders als bei den Deutschen Meisterschaften in Völklingen und dem Großen Preis von Deutschland in Dortmund hatte diesmal aber der Köllerbacher das bessere Ende für sich und bejubelte einen 3:2-Erfolg. Für den verletzten Szabolcs Laszlo hatten die Germanen den stilartfremden Ionel Puscasu aufgeboten. Er zeigte gegen Andrej Shyyka eine couragierte Leistung, schaffte sogar einen Punkt und unterlag am Ende nur mit 0:3.

Einen Tag nach dieser Klatsche zeigten sich die Weingartener aber schon wieder gut erholt und feierten einen souveränen 33:7-Heimsieg über Aufsteiger KSV Seeheim. Alle zehn Sportler im Team des SVG konnten ihre Kämpfe gewinnen und bedankten sich so für die lautstarke Unterstützung der Fans in der Kleiberit-Arena. Besonders Sahit Prizreni, diesmal im Limit bis 66 kg aufgeboten, wusste dabei zu überzeugen und deklassierte den Deutschen Vizemeister, Michel Schneider, mit 12:0 Punkten. "Nach Samet Dülger hat er damit schon den zweiten deutschen Hochkaräter aus dem Weg geräumt. Spätestens heute hat man gesehen, welch großes ringerische Potenzial in Sahit steckt", freute sich der sportliche Leiter der Germanen, Sebastian Mayer. Auch Konstantin Völk (4:0 gegen Stefan Hassenzahl) rehabilitierte sich mit einem Überlegenheitssieg für die Leistung vom Vortag. Ein Duell auf höchstem Niveau lieferten sich Youngster Johannes Kessel und der letztjährige Junioren-Weltmeister Imants Lagodskis. Über die gesamte Kampfzeit von fünf Runden schenkten sich die beiden Athleten absolut gar nichts und so erntete Kessel für seinen 3:2-Erfolg am Ende auch entsprechend großen Applaus von den SVG-Fans. Lukas Höglmeier legte bei seinem Heimdebüt im Germania-Trikot los wie die Feuerwehr und ließ Gegner Timur Seidel nicht nur einmal spektakulär durch die Halle fliegen. In der dritten Runde wollte der kleine Griechisch-römisch-Spezialist aber wohl etwas zu viel und so musste er sich über zwei weitere Runden zu einem 3:2-Sieg durchkämpfen. Weitere Zähler für die Germanen sammelten Gergö Wöller (3:1 gegen Martin Daum), Adam Juretzko (3:2 gegen Laszlo Antunovits) und Oleg Boikov (3:0 gegen Cihan Görgü). Auch Ivan Nemeth war diesmal schon deutlich besser drauf und setzte sich gegen Tobias Bauer souverän mit 3:0 durch. Für den krönenden Schlusspunkt sorgte dann der Rumäne Ionel Puscasu mit einem 3:0-Erfolg über Zoltan Lakatos. Christoph Ewald hatte keinen Gegner und siegte kampflos mit 4:0.

(lother)

Die Einzelergebnisse im Überblick

Kl.SV Germania Weingarten KSV SeeheimR1R2R3R4R5Gesamt
55F Christoph Ewald   unbesetzt 0:0 4:0
120G Ivan Nemeth   Tobias Bauer 1:0 3:0 1:0 3:0
60G Lukas Höglmeier   Timur Seidel 6:0 4:0 0:1 0:2 1:0 3:2
96F Johannes Kessel   Imants Lagodskis 1:2 1:0 1:1 0:4 2:1 3:2
66F Sahit Prizreni   Michèl Schneider 3:0 3:0 6:0 4:0 TÜ
84G Adam Juretzko   Laszlo-Attila Antunoyits 3:0 1:0 0:1 0:1 1:0 3:2
66G Oleg Boikov   Cihan Görgü 1:0 1:0 1:0 3:0
84F Konstantin Völk   Stefan Hasenzahl 7:0 6:0 9:1 4:0 TÜ
74F Gergö Wöller   Martin Daum 1:0 0:2 1:0 1:0 3:1
74G Ionel Puscasu   Zoltan Lakatos 2:2 1:0 1:0 3:0
Endergebnis: 33:704.10.2009


Die Einzelergebnisse im Überblick

Kl.KSV AE Köllerbach SV Germania WeingartenR1R2R3R4R5Gesamt
55F Vladimir Togusov   Christoph Ewald 1:0 6:0 2:0 3:0
120G Marek Sustek   Ivan Nemeth 2:0 1:0 1:0 3:0
60G Venelin Venkov   Lukas Höglmeier 1:0 2:0 7:1 3:0
96F Gabriel Seregelyi   Arpad Ritter 0:2 0:2 0:3 0:3
66F Ismail Redzhep   Gergö Wöller 0:1 1:5 3:1 2:0 0:2 2:3
84G Jan Fischer   Rene Zimmermann 0:2 1:0 1:0 1:0 1:0
66G Sylvester Charszewski   Ionut Panait 0:1 1:0 4:0 1:0 3:1
84F Radoslaw Marcikiewicz   Konstantin Völk 3:0 1:1 1:1 3:0
74F Andrij Shyyka   Ionel Puscasu 3:1 5:0 1:0 3:0
74G Konstantin Schneider   Adam Juretzko 1:0 0:1 0:1 1:0 1:0 3:2
Endergebnis: 24:903.10.2009




 
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zek - 08.10.2009 15:47e-Mail an zek
Всем привет!!!! Völk ЧЕМПИОН!!!!!!! ;)
Wieland - 05.10.2009 22:39
Der Bundesliga-Kommentar zum Auswärtskampf des SVG Weingarten beim KSV Köllerbach:

Alle kritischen Anhänger des SV Germania Weingarten, die am Samstag Zeuge der hohen Auswärtsniederlage beim Deutschen Mannschaftsmeister der vergangenen 3 Jahre, dem KSV Köllerbach, waren, haben sich bestimmt die Frage gestellt, ob die ernüchternden Ergebnisse bereits Rückschlüsse auf die erst in 3 Monaten stattfindende Endrunde zulassen.

Man kann diese Frage zum einen sicherlich mit "ja", andererseits aber auch mit einem klaren "Nein" beantworten, da die an diesem Nachmittag von den SVG-Akteuren dargebotenen Leistungen keineswegs das wahre Leistungsvermögen der einzelnen Sportler widerspiegelt. Deshalb sollte man das Negative, das am "Tag der Deutschen Einheit" eindeutig überwog und augenscheinlich war, zu diesem frühen Zeitpunkt in der erst Ende August begonnenen Saison auf keinen Fall überbewerten, da einerseits die direkt von der WM angereisten Ringer (Panait, Wöller - Shuyyka, Fischer) - zugegebenermaßen auf beiden Seiten - größtenteils in ein verständliches Leistungstief gefallen sind, andererseits ist bei manchem Ringer der Saisonaufbau darauf abgezielt, die besten Leistungen erst wieder zu Beginn des nächsten Jahres abzurufen, so dass bei manchem die Leistungskurve im Verlauf der Saison noch deutlich nach oben zeigen wird.

Warum die eingangs gestellte Frage aber in einem speziellen Punkt mit "Ja" beantwortet werden muss, will ich hier näher begründen. Am Samstag hatten die meisten Beobachter den Eindruck, dass bei vielen Akteuren der letzte Einsatz, vor allem aber unbändiger Kampfgeist und absoluter Siegeswillen gefehlt haben. Diese Eigenschaften und eine intakte Moral sind jedoch Voraussetzung für den größt möglichen Erfolg, den jeder Sportler immer anstreben sollte. Speziell an diesem Tag und gerade bei diesem richtungsweisenden Kampf, der von den Verantwortlichen im Vorfeld zur Standortbestimmung erklärt wurde, haben Teile der Mannschaft den Charaktertest nicht bestanden, denn zu keiner Zeit war ein Aufbäumen gegen die sich bereits früh abzeichnende Niederlage erkennbar. In der Vergangenheit - dies war besonders in den vergangenen 3 Jahren zu beobachten - hat jeder für den anderen gekämpft und seine Mannschaftskameraden bei deren Kämpfen zu jeder Zeit angefeuert und unterstützt, so dass der Funke auch auf das Publikum überspringen und von den Anhängern wieder zurück auf die Sportler übertragen werden konnte. Momentan präsentiert sich die Mannschaft jedoch noch nicht als geschlossene bzw. kompakte Einheit, wo der Einzelne für den anderen einsteht. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass sich die noch vermisste Harmonie in wenigen Wochen einstellen wird, denn schließlich gilt es, nicht weniger als 8 Neuzugänge sportlich und menschlich zu integrieren. Das intakte Umfeld sollte ermöglichen und beizutragen helfen, diesen aktuell andauernden Prozess zu beschleunigen.

Tritt das Team wieder als "echte" Mannschaft auf, können auch Sportler wie z. B. Christoph Ewald, die derzeit noch hinter den Erwartungen bleiben, wieder ihre bekannten Stärken und die ohne Zweifel vorhandene Klasse abrufen. Dies wurde in der Vergangenheit ja bereits zur Genüge unter Beweis gestellt, was die eindrucksvollen Siege aus der Vorsaison, z. B. gegen Vladimir Togousov, Romica Rasovan, Erhan Feiz-Halib oder Emanuel Krause zweifelsfrei beweisen.

Fazit: Für die Zukunft, sprich die Rückrunde und vor allem die Play-Offs im Januar 2010, bin ich ich jedenfalls optimistisch, da im Team nicht zuletzt auch dank großer Variationsmöglichkeiten sehr viel Potenzial steckt und sich einige Ringer wie Christoph Ewald, Ionut Panait oder Ivan Nemeth kontinuierlich steigern werden. Dazu werden im Laufe der Saison Leistungsträger wie der fünffache Vizeweltmeister Mihaly Deak-Bardos (Ungarn) oder der Olympia-Zweite Andrej Stadnik (Ukraine) dem ohnehin starken Kader weitere Klasse verleihen.
Max G. - 05.10.2009 9:16
Singen 1. Bundesliga!

Oddaaa...
Stefan R. - 04.10.2009 21:16
Szenenapplaus für den Fanblock? Was war da denn los? Man weiß es nicht...

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